Runen,Bedeutung und ihr Tierkreiszeichen

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Runen,Bedeutung und ihr Tierkreiszeichen

Beitrag  Zornlicht am Di Mai 31, 2011 6:34 am

Die Runen
24 Buchstaben zählt die Runenschrift, die lteste Buchstabenschrift der Germanen. 24 Lautbuchstaben scheinen als kleinste Einheit der Sprache fähig, alles sprachlich Denkbare auszudrücken.
So rätselhaft dunkel die überlieferte Runensprache oft anmutet, so geheimnisreich gibt sich die Runenschrift.
Vertrauen wir dem Zeugnis der Sprache, so begriffen die Germanen Ihre erste Buchstabenschrift als ein Geheimnis.
Runenschrift ist nicht nur Lautschrift (mit 24 Lautwerten), sondern auch Begriffsschrift (mit 24 Begriffswerten): Jeder Runenbuchstabe kann einen Begriffswert ausdrücken.
Das gemeingermanische Runenalphabet ist nach Anzahl und Form ein knappes, nach Inhalt und Funktion ein reiches Instrumentarium in der Hand eines eingeweihten Runenmeisters.
Die, zur Zeit, größte religiöse Urkunde aus der 24 - Runen - Zeit ist das Runenhorn von Gallehus. Diese Runeninschrift, die älteste aufgeschriebene germanische Langzeile.
Die altgermanische Buchstabenreihe kann nach ihren ersten 6 links stehenden Buchstaben als Futhark, oder nach ihren ersten 3 rechts stehenden Buchstabenals Oding, bezeichnet werden.

Die heilige Ur-Runenschrift der Germanen
ist einerseits die geheimnisvoll verschlüsselte und einzig
erhaltene Botschaft der germanischen Gotterkenntnis
und andererseits die Buchstabenreihe,
mit der heute noch jedes deutsche Wort geschrieben werden kann.
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Orakelstab 1: Gebärendes Ur-All
Runenbegriff: Odal / othala
Sinngehalt: keimhafter Beginn urstofflicher Werdung (Urda-Wodan, Hermhekate)
Mondcharakter: gebärender Schwarzmond
Tyrkreisort: Schütze/Steinbock


Laut: O
Anfang und Ende treffen sich in diesem Stab als Verkörperung von Tod und Wiederbeginn: Es häutet sich die Schlange der Ewigkeit (summus deus); - die menschliche Seelenkraft (Kundalini) richtet sich auf. Der Schicksalsfaden der Wodan-Urda wird neu geknüpft. Das kann einen Schritt ins Unbekannte bedeuten. Der urmütterliche Wink der Nertha/ Gaea/Aramati/Maya/lsis, der Weltweberin, heißt aber auch: Zuwachs oder Abgang innerhalb des Sippenkreises. Ein weiteres Thema ist die persönliche Entwicklung: Hervorgerufen durch eine Schicksalslaune, könnte ein neuer Lebensabschnitt beginnen. Es sind hier aber allgemein nicht die dramatischen, aggressiven Ereignisse gemeint, die blitzesgleich aus heiterem Himmel einschlagen, sondern die leisen Ruderbewegungen, welche trotzdem dauerhafte Kursänderungen hervorrufen - auf guten emporführenden Bahnen, ist doch das gründliche, ernsthafte, vernünftige, zielstrebige Ziegenfisch/Steinbock-Prinzip in diesem Stab ebenso wirksam wie der zukunftsweisende Schütze-Charakter.




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Orakelstab 2: Polarer Impuls
Runenbegriff: Tag / dagaz
Sinngehalt: Entstehung von Wirkvaters Wechselkraft (Thor/Donar, lndra, Zeus, Taranis)
Mondcharakter: erblühter Vollmond
Tyrkreisort: Steinbock


Laut: D
Vom Tagerwachen spricht dieser Stab - vom Aufgehen einer Tür - vom wirkfrohen, kühnen Kampf gegen Hindernisse; Gelegenheiten werden genutzt, Widerstände beseitigt. Ein tatkräftiger Anfang ist gemacht. Steinbock-Prinzipien, wie Disziplin, Objektivität und nüchterne Zielsetzung bestimmen diesen Stab. Die Rune versteht sich geradezu als Aufforderung, Chancen rechtzeitig zu ergreifen, bevor sie vorübergegangen sind. Andererseits könnte sie als Warnung begriffen werden vor allzu großer Rücksichtslosigkeit in Verfolgung enger, egoistischer Zielsetzungen. Nicht der bedingungslose Triumph, vielmehr ein Sieg - eingefügt in die rechte Ordnung aus der Verpflichtung für das Ganze, im Yin- und Yang-Gleichnis - ist anzustreben.




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Orakelstab 3: Erwachender Lichtgeist
Runenbegriff: Ingu / ingwaz
Sinngehalt: aufstrebender, sich entfaltender Sonnensohn (Agni-Krishna, Mithra/Mithras, Hor-Apollo, Helgi-Fro/Frej)
Mondcharakter: gebärender Schwarzmond
Tyrkreisort: Steinbock/Wassermann


Laut: NG
Diese Rune verheißt werdende, wachsende, glückliche Erfüllung. Ein segensvolles, erfolgreiches Projekt wird beginnen. Das beharrliche Aufwärtsstreben des Steinbocks mischt sich mit Wassermann-Impulsen: ethische, moralische, idealistische, humanitäre Grundsätze, Wahrheitsliebe, Gewissenhaftigkeit. Der reine, fruchtbare Licht/Feuergeist, das Prinzip des Heiles und der Gesundheit schlechthin, wirkt in diesem Stab als keimhafte Kraft, aus der sich die ganze Fülle aller menschlichen Hoffnungen zu entfalten verspricht. Die Rune gilt als Signal für das Ende von Bedrängnis und Sorge, als Zeichen der Wende zum Besseren. Sie schließt aber auch die Aufforderung mit ein, keinen Augenblick in hoffnungsseliger Glücksgewißheit zu verharren, sondern im gläubigen Eifer für den Erfolg mitzuwirken. Der runische Schwerpunkt liegt im Intelligiblen, rein Geistigen und könnte somit auch auf erfolgreiche Examina hinweisen




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Orakelstab 4: Fruchtbarkeitsstrom
Runenbegriff: Lauch und Lache / laukaz
SinngehaIt: Ur-Wasser-Pflanzen-Mond Fruchtbarkeitseinheit (Lebenssaft, Soma)
Mondcharakter: erblühter Vollmond
Tyrkreisort: Wassermann


Laut: L
Jene der Urmutterkuh entspringenden vier Lebenswasserströme erwirken und durchdringen als Somasaft die Welt der Erscheinungen von der Himmelspflanze, in Gestalt des Vollmondes, bis zur unscheinbaren, aber heilkräftigen Lauchzwiebel. Aus dieser Rune rinnt die allwissende Weltenfeuchte urmütterlicher Weisheit; sie kündet von Ahnung und Intuition, Spiritualismus, ja seherischer Kraft aus erdnahen, wurzelstarken Potentialen. Wassermann(-frau)-Strömungen, wie originelle, erfinderische, sprühende geistige Gaben spielen ihre Rolle. Tief eingeborene Instinkte drängen danach, die Oberhand zu gewinnen und den Logos zu überwältigen. Man sollte versuchen, sich ihrer zu bedienen, ohne sie allein regieren zu lassen. Der Rune wohnt übersinnlich-magische Gewalt inne, fördernd, heilend und segnend zu wirken. Als Orakelstab könnte sie Genesung bedeuten bzw. Weihung jeglichen Wachstums.




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Orakelstab 5: Ergänzung zum Einklang
Runenbegriff: Mannus / mannaz
Sinngehalt: polarer urmenschlich-göttlicher Weltgeist
Mondcharakter: gebärender Schwarzmond
Tyrkreisort: Wassermann/Fische


Laut: M
Der Stab verkörpert Intelligenz, Kultur und soziale Harmonie, beste menschliche Eigenschaften und Möglichkeiten, Ausgewogenheit gleichberechtigter kosmischer Kräfte von Yin und Yang, des Weichen und des Harten, des Weiblichen und des Männlichen. Die Fische-Qualitäten: Hilfsbereitschaft, Opferfreude, Einfühlsamkeit, Beweglichkeit werden hier gemeinsam mit den gedeihlichen Wassermannkräften relevant. Die Rune erinnert daran, daß neben den vier Grundbaustoffen der Welt auch das fünfte Element, die Quinta essentia, Bestandteil des Menschen ist, der damit unmittelbaren Anteil hat am Gottesgeist. Die Gottheit verwirklicht sich in einem jeglichen von uns. Außer der Aufforderung, sich jener Weite und Geschlossenheit höchsten Menschentums bewußt zu werden, will die Rune Ratgeber sein, daß viele Probleme aus eigenem Handeln ableitbar und deren Lösungen somit in uns selbst zu suchen sind. Mannus könnte aber auch heterosexuelle Liebesbeziehungen oder einen Eheschluß voraussagen; auch auf diesem Wege suchen menschliche Teilwesenheiten ihre Einmündung in die Erfüllung und Vollkommenheit.




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Orakelstab 6: Raum - Zeit - Ganzheit
Runenbegiff: Hengst / ehwaz
Sinngehalt: kosmische, raumzeitliche, positiv-negative Erscheinungseinheit
Mondcharakter: erblühter Vollmond
Tyrkreisort: Fische/Pegasos


Laut: E
Ein Schlüsselwort zur Erfassung des Fische- bzw. Pegasos-Aspektes lautet: AII-Einheit; Zeugung und Fruchtbarkeit gehören zu seinen WesensmerkmaIen. Um die Rune zu verstehen, muß die traditionelle Bedeutung des Pferdes im indogermanischen Kulturkreis verinnerlicht werden. Der rasende Kosmos, die Einheit von Raum und Zeit, wird im Gleichnis des Rosses geschaut; mithin ähnelt ihm die Gottheit selbst, welche in heiliger Kommunion der menschlichen Leiblichkeit während des Frühlingsroßopfers zum Zwecke der Katharsis zugeführt wurde und wird. Die symbolhafte Gottnähe macht das Roß selbst zum lebendigen Orakel, auf dessen Wiehern und Stampfen gehört werden mochte. Als AlI-Roß könnte der Stab das Kommen himmlischen Lichtes (Schimmel, altnord. skinfaxi), aber auch die Erscheinung chthonischer Mächte (Rappen, aItnord. hrimfaxi) prophezeihen, je nach Charakter des Orakelverbandes. Jedenfalls spricht der Stab von rascher Veränderung bestehender Gegebenheiten. Der kosmische Hengst führt die Sonne herauf zur Wohlfahrt der Welt und bringt das Licht wieder hinab in der Hel- oder Höllenfahrt. Bei glücklicher Runenstellung wird der Stab auf starke Befruchtung positiven Fortschrittes hinweis




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Orakelstab 7: Muttervermögen
Runenbegriff: Birke / berka
Sinngehalt: empfangende, bergende Weltenmutter (Nertha-Freja-Frigga, Aditi-Aramati, Hera-Demeter, Ishtar, Isis)
Mondcharakter: gebärender Schwarzmond
Tyrkreisort: Fische/Widder


Laut: B
Der Birkenbaum, an dem nach Prophetie einer alten westfälischen Sage die Entscheidungsschlacht am Weltende geschlagen wird, ist als Repräsentant der Allmutter wahrhaftig ein Herzgebilde der stofflichen Welt. Jener Ausgang des Ringens zwischen dem heilvoll ordnenden guten Sinn und dem satanischen Trieb der Materie um den Besitz des gebärenden Schoßes wird der Erde Schicksal letztlich allein bestimmen. Der positive Aspekt der Rune vereint den hingebungsvollen, fruchtbaren Fische-Charakter mit dem willensbetonten, aktiven Widder-Einfluß zur harmonischen Synthese. Der Brauch junger Mädchen, dem Liebhaber ein Stück Birkenholz zur Ermutigung zu schenken, deutet ebenso das Runenverständnis an wie der Brauch, die Kinderwiegen aus Birkenholz anzufertigen. Der Stab spricht von fraulich-stiller Kraft, dem Willen zu empfangen, neues Werden in sich zu tragen und schließlich auch im Opfergang des Gebärens des Lebens Fortbestand zu sichern. Für Fruchtbarkeit, Regeneration und Dienst an den Ewigkeitswerten schlechthin wirbt dieses Orakelwort, und ebenso dafür, alle der Gesundheit entgegenstehenden schädlichen Gewohnheiten abzulegen, wie beispielsweise Alkoholmißbrauch, Tabakgenuß und jegliche schwächenden Suchtmittel; eine Mahnung zur Natürlichkeit, die Gesetze der Großen Mutter zu achten, die Wurzeln und den Sinn des Daseins als Gottesauftrag zu begreifen zur Weitergabe und Heranziehung des Lebens, um in diesem Selbstverständnis erdmütterliche Geborgenheit zu finden.



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Orakelstab 8: Ordnungsgewalt
Runenbegriff: Tiu / tiwaz
Sinngehalt: Himmelsvater/Gott (Tiwaz-Tyr-Heimdall-Irmin, Dyaus-Sius-Zeus, Mars-Jupiter)
Mondcharakter: erblühter Vollmond
Tyrkreisort: Widder


Laut: T
Die Tiu-Chiffre meint jene machtvolle männliche Widder-Energie des befruchtenden Lichtes und der raumerhaltenden Yang-Kraft, welche als unverzichtbarer Bestandteil auch eine marsische, lichtkämpferische (hl. Georg) Komponente trägt. Sie erinnert daran, daß es Fügungen gibt, denen wir uns geduldig unterwerfen müssen; sie ermutigt, für diese Ewigkeitsordnungen tapfer einzustehen. Sie gemahnt zum unerschütterlichen Selbstvertrauen, wenn wir uns im Recht befinden und unsere Handlungen im Einklang stehen mit der positiven Gliederung der Dinge. Der eddische Mythos zeigt den Himmelsgott Tyr in selbstüberwindender Bereitwilligkeit, wie er, um der Errichtung einer dauerhaften Regelung willen, den Mächten der Tiefe (Fenriswolf) eine seiner eigenen Hände hinopfert. Die Rune ruft uns zu: Greife dem Schicksal in den Rachen - zwinge es; du mußt vielleicht auch opfern und verzichten; vom großen Ziel weiche keinen zollbreit ab.




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Orakelstab 9: Steigende Lichtkraft
Runenbegriff: Sonne / sowilo
Sinngehalt: erblühte, gipfelstürmende Sonnengewalt (Fro/Frej)
Mondcharakter: gebärender Schwarzmond
Tyrkreisort: Widder/Stier


Laut: S
Des Widders Feuereifer und des Stieres eigenwillige Beharrlichkeit verschmelzen zur Synthese der Sonnenrune. Das Siegmal ist das Zeichen der bereits erblühten und dennoch weiter aufsteigenden Glückseligkeit schöpferischen Willens und Erfolges. Die herrlichen Fähigkeiten männlicher Energie sind ins Licht getreten und wirbeln - blitzende Lichtsalven verströmend - dem Höhepunkt entgegen. Die Rune der sieghaften Kraftentfaltung will aber auch ermahnen, daß aus seinen Schattenwinkeln heraus »Judas«, der ewige Verräter des Himmelslichtes, lauert, welcher um jener »30 Silberlinge« des kleinen materiellen Vorteils willen jede Sonnenschönheit dieser Welt zu schänden sucht. Die Siegrune warnt vor tückischen Anschlägen von außen und ebenso vor den Fallstricken aus dem eigenen Inneren, die da wären: Hochmut,Eitelkeit und allzu sonnenkraftselige Selbstgerechtigkeit.



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Orakelstab 10: Erscheinung der Vollkommenheit
Runenbegriff: Elch-Herr / algiz
Sinngehalt: Auferstehung der Blumen-Licht-Gerechtigkeitsallegorie (Bal-Belenus-ApoIIo-Baldur)
Mondcharakter: erblühter Vollmond
Tyrkreisort: Stier


Laut: Z
Wem dieser Schicksalsstab zufällt, der hält das würdige Los kraftvoller baldurisch-apollonischer Gelassenheit in Händen. Im maßvoll Guten, Starken des »weißen Stieres« pendelt das All. Die Rune spricht vom Triumph des Rechtes und einer Gerechtigkeit, welche solide begründet scheint auf den vier Grundelementen, den Teilwesenheiten allen Seins (1+2+3+4=10). Sie zeigt auf, daß zur ausladenden Blätterkrone eines Baumes ein ebensolches Wurzelwerk gehört, daß der Gipfel nicht wäre ohne das Tal, ein Tag nicht erlebt werden könnte ohne vorausgegangene Nacht und die Ordnung allein durch Niederzwingung der Chaosmächte zu gewinnen ist. Freilich, nichts ist bestehender als der Wechsel, jede Harmonie, der trefflichste Rechtsvergleich und Vertrag sind eng befristet, denn die Kräfte der Dekompensation ruhen nicht. Die Rune mag Genesung nach schwerer Krankheit andeuten, die Rehabilitierung nach einer falschen Be- oder Verurteilung oder die Erlangung einer angemessenen Besoldungsgruppe bzw. eine anstehende Beförderung.



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Orakelstab 11: Lieblicher Reiz
Runenbegriff: Pertha /pertho
Sinngehalt: Überschwang lieblichen Wachstums (symbolisiert durch Pertha-Berta, Freja-Nanna-Idun-Vanadis,
Venus-Aphrodite, Ischtar-Isis)
Mondcharakter: gebärender Schwarzmond
Tyrkreisort: Stier (Kuh)/Zwillinge


Laut: P
Diese Rune wispert von weiblicher Wesenheit, von langmütigen Sternenkuh-Tendenzen, die von Venus beherrscht werden, von anpassungsfähiger, regsamer, veränderlicher Zwillings-Charakteristik, vom »Herd der Hestia«, der »Maiwonne der Maia«, den »Äpfeln der Aphrodite/ Idun«, dem »Füllhorn der Freja«. Ein Gewinn, ein Geschenk oder Erbe fällt dir zu - ein Glück wird dir zuteil - eine Sehnsucht findet Erfüllung. Die Große Mutter reicht dir den Gral, die Schale mit dem heiligen Wasser der Fruchtbarkeit und des Lebens, für einen seligen Augenblick. Daraus ist dir gewährt, einen Tropfen holdester Köstlichkeit zu schlürfen. Oft ist es der schelmische Elf Astrild (Eros-Amor), welcher zwei Herzen füreinander anrührt, so daß sie gemeinsam vor Diotima, der Liebe Priesterin, hinknien mögen, um ihren Segen zu empfangen.



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Orakelstab 12: Waltende Wechselkraft
Runenbegriff: Eibe / eihwaz
Sinngehalt: die sich gegenseitig erhaltende Polarität kosmischer Kräfte
Mondcharakter: erblühter Vollmond
Tyrkreisort: Zwillinge

Laut:EI
Die zwillinghafte Eibe, der heilige Lebens- und Todesbaum Wodans, trägt gleich ihm die 3 als Quersumme des Geistes. Sie wächst im dritten Himmelshaus, das folgerichtig von Merkur beherrscht wird. Wie jegliche Glut sengend und versehrend erscheinen kann, so streiten in der immergrünen Welteibe Yggdrasil zwei Kräfte, nämlich Adler und Drache, miteinander - wie im kosmischen Raum, so auch in jeglicher Menschenbrust. Zwei sich gegenseitig stützende Mächte - Yin und Yang, Leben und Tod, das Heilige und der Hader - wirken in dieser Rune, die uns zuruft, mit stoischer Gelassenheit Wellenberge und -täler des Seins zu meistern; im Heil ohne Überschwang, im Harm ohne Niedergeschlagenheit weiterzuschreiten. Wem es gelingt, jene Runenraunung in voller Tiefe zu verinnerlichen, gelangt auf den Weisheitsgipfel. Welches Los auch die drei Schicksalsmütter (Moiren, Parzen, Nornen) zuteilen, die drunten am Fuße der Welteibe hocken, füge dich vertrauensvoll in die Notwendigkeiten; denn nach Karmagesetzen ist alles vorbestimmt: Auf die gute Tat folgt letztlich der Lohn, und auf die böse Tat folgt letztlich die Vergeltung.




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Orakelstab 13: Schritt über die Schwelle
Runenbegriff: Jahr / jeran
Sinngehalt: Auf- und Abstieg des Zeitlaufes
Mondcharakter: gebärender Vollmond
Tyrkreisort: Zwillinge/Krebs

Laut: J
Das Jahr, die Zeit, gleicht einem Baum mit 13 Ästen; 6 Stufen symbolisieren die Welt der Abstiegsmächte und die anderen 6 Stufen jene der Aufstiegskräfte - dazwischen aber ragt die Spitze des Weltberges. 13 ist mithin die Zahl, welche des Zeitganges immerwährenden sinnvollen, aber auch oft negativ erscheinenden Wechsel des Abstieges versinnbildlicht. Die Zeitrune steht unter dem zur Neuorientierung führenden Zwillingseinfluß, der sich mit des Krebses Rückwärtsgang addiert. Sie raunt von einer sich anbahnenden Veränderung, von dem Ausklingen einer Werdephase, vom Einmünden der Entwicklung in eine neue Ebene (Transformation). Oft markiert sie das Ende hochfliegender Pläne, den Beginn eines Abwärtsschwunges, die Verabschiedung eines Jugendtraumes. Jedenfalls wird ein Tor durchschritten. Das könnte eine Bewußtseinswandlung ebenso bedeuten wie Übergang in einen neuen Seinszustand - auch Siechtum und Tod, was jedoch im Sinne der Reinkarnationslehre nur wiederum ein Zeitsegment im fortlaufenden Wechsel von Sterben und Geborenwerden darstellt.




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Orakelstab 14: Erlöschen des Antriebs
Runenbegriff: Eis, Eisen / isaz
Sinngehalt: Tod des Frühlings-/Aufstiegsgeistes (Baldur, Jarilo, Kostromas, Adonis, Tamuz)
Mondcharakter: erblühter Vollmond,
Tyrkreisort: Krebs (»der böse Krebs«)


Laut: I
Der Eisstab gibt sich zu erkennen als einseitig negativer Aspekt der Eibe, des Bogen- und Giftpfeilbaumes. Im eddischen Mythos wird aus der unscheinbaren Schmarotzerpflanze Mistel ein tödlicher Pfeil - darum schenke auch geringfügig aussehenden Gefahrenmomenten deine Aufmerksamkeit. Eis oder Eisen sind die Allegorien rasch hereinbrechenden Todes. Der Harmpfeil, das Schwarzalbengeschoß, hat sein Ziel erreicht in Gestalt eines schlimmen Schicksalsschlages. Noch gestern hielten wir uns, vom Glücke verwöhnt, für unverwundbar - heute schon schnappt sie zu, die Schere des bösen Krebses, der aufzehrenden Erkrankung oder des finanziellen Ruins. Des Todes Eishauch berührt dich in irgendeiner Art und Weise, umklammert sehr bald dein eigenes Lebenszentrum oder weht nahe an dir vorbei, um dich in einem anderen Herzen zu treffen. Immer bedeutet zwar die Todesrune Unheil und Verderben; doch sollte der Betreffende versuchen, den sinngebenden Opferaspekt zu erwägen.




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Orakelstab 15: Erneuertes Heil
Runenbegriff: Not (Notwende) / naudiz
Sinngehalt: Schaffung der frischen, verjüngten Feuerkraft
Mondcharakter: gebärender Schwarzmond
Tyrkreisort: Krebs/Löwe


Laut: N
Die Not-/Nutzenrune der Notwendigkeit zeigt das Kreuz der »Kreuzung« vom waagerechten »weiblichen« und senkrechten »männlichen« Balken, welche sich aus Mutters 7 und Vaters 8 zur 15 bzw. 6, der AlI-Zahl, vereinigen. Der Tyrkreiseinfluß spricht die gleiche Sprache: Der stille, weibliche Krebs verbindet sich mit dem brüllenden männlichen Löwen. Es ist ein Zeichen des Feuerheiles, der glücklichen Verbindung einer fruchtbaren Ehe, des gedeihlichen Zusammenwirkens polarer, sich ergänzender Kräfte. Not findet ein Ende, Mangel wird beseitigt, Widerstände werden beiseite geschoben. Eine junge, unangekränkelte Kraft bricht sich Bahn, alte Untugenden werden abgelegt, Fehlgänge korrigiert; aus neuen Positionen wachsen berechtigte Hoffnungen auf reichen Zugewinn herrlicher Ernten materiellen oder spirituellen Reichtums. Unüberhörbar fordert diese Rune auf, aktiv an der Heilsgestaltung mitzuwirken, damit aus dem Kreuz mühevoller Qual einmal der sieghafte Feuergeist wieder triumphierend hervorleuchten möge.




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Orakelstab 16: Gefahr und Rettung
Runenbegriff: Hagel / haglaz
Sinngehalt: göttliche Zwillinge, Dioskuren/Ashvinau/Alkes (Helgi und Höder, Heil und Harm, Horus und Seth)
Mondcharakter: erblühter Vollmond
Tyrkreisort: Löwe


Laut: H
Die Hagelrune orakelt möglicherweise von jäher Vernichtung, von Hagelschauern, also überraschend hereinbrechenden Unwettern, wie sie der Hochsommer zu bereiten vermag. Dort, wo solche Gefahren drohen, sind aber den tatkräftigen Pflichttreuen die rettenden Helfer nicht fern, so daß das Schlimmste verhütet wird. Jene schützenden »Wetterherren«, welche einen Schauerschaden eindämmen können, gleich welcher Art er auch sei, erblickte man einstens in den Alkes/Dioskuren, den beiden Söhnen bzw. Teilwesenheiten des Himmelsvaters, dem Löwenpärchen, den Doppellöwen zweier Körper, die in einen Kopf zusammenlaufen. Der starke Schutzcharakter dieses Stabes drückt sich ebenfalls aus in seiner Quersumme 7, welche auf die Erd-/Allmutter der Götterzwillinge hinweist. Wer sich die vereinigte Vollkraft der Heilsmächte zunutze macht, den schirmt auch im »Hagelschlag« seine Glückshaut




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Orakelstab 17: Gereifte Glückseligkeit
Runenbegriff: Wonne / wunjo
Sinngehalt: jubelnder Wonnemut unter Himmelsvaters und Erdmutters Segen
Mondcharakter: gebärender Schwarzmond
Tyrkreisort: Löwe/Jungfrau


Laut: W
Dein Weizen ist aufgegangen, golden leuchten die wogenden Felder reif zum Schnitt; dem Himmelsvater (1+7=Cool sowie dem hier zahlenallegorisch nachgeordneten Erdenweib, vertreten durch die mütterlichen Zahlen 1 und 7, sei Dank. Auf wohlverdiente sowie »in den Schoß gefallene« Freuden weist diese Rune der Kraft und Erfüllung hin. Typisch »männliche« Löwen-Merkmale: vitale Lebensfreude, Zuversicht, Stolz und Ehrgefühl vereinen sich mit den »weiblichen« Jungfrau-Eigenschaften, welche in diesem Stabe zum einträchtigen Wohlklang zusammenschwingen. Von Komplikationen und Schwierigkeiten weiß die Rune kein Wort zu berichten, aber vielleicht gemahnt sie daran, nicht allzu sorglos die Ernten einzuheimsen und zu verzehren, sondern auch im Wohlleben und Genuß Vorsorge zu treffen für magere Zeiten, Vorausschau zu halten auf möglichen Mangel, auch während der guten Perioden nicht nachzulassen, sein Feld zu bestellen, damit immer wieder der Segen einer Erntewonne anheben kann - im materiellen sowie im mentalen Bereich.




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Orakelstab 18: Vertrag und Verpflichtung
Runenbegriff: Gabe / gebo
Sinngehalt: Dankgabe- bzw. Vermehrungskreuz des Vertrages zwischen Mensch und Gott
Mondcharakter: erblühter Vollmond
Tyrkreisort: Jungfrau (leichter Löwe-Einfluß)


Laut: G
Erntegaben sind dir zuteil geworden; die numinosen Mächte (Erdmutter-Himmelsvater) schenkten dir ihr Produkt, ihren Sohn, das »Brot des Lebens«. Im Weizenkorn, im Gerstensaft genießt du den Leib und trinkst das Blut des herrlichen Sonnensohnes (Fro/Frej/Jarilo). Sämtliche den Menschen zuteil werdenden Wonnen erwachsen dem rüstigen Wirken, auf welchem ein höherer Segen ruht. Die himmlische Weihung zu erlangen, bedarf es des Gebetes und der Gabe, mit deren Hilfe sich der Mensch wie eine Efeuranke hinaufwindet ins spendende Licht. »Geben und Nehmen« meinen die sich kreuzenden Hände des Runensymboles der sonnenkräftigen Vermehrung; hierauf beruht der Vertrag zwischen Gottheit und Menschheit ebenso wie jedes andere gedeihliche Zusammenwirken. Die Rune erinnert an Erfüllung von Verträgen: Wie willst du fordern, wenn du nicht gegeben hast! Hast du deine Dankgabe, Gegengabe, entrichtet? Bist du ein korrekter Partner, dessen »Geben und Nehmen« im ausgewogenen Verhältnis zueinander steht? Bist du bemüht, die besten Jungfrau-Einflüsse zu pflegen, wie das Streben nach innerer und äußerer Reinheit, Vollkommenheit, Ordnung, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit? Bist du treu, bist du dir selbst treu geblieben, damit dir auch der Sonnensegen treu bleiben mag?




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Orakelstab 19: Hinab zu den Müttern
Runenbegriff: Fackel / kenaz
SinngehaIt: Beginn zunehmender Finsternis, Allmutters Niedergang (Nertha-Frigga-Idun, Demeter, Ischtar, Isis)
Mondcharakter: gebärender Schwarzmond
Tyrkreisort: Jungfrau

Laut: K
Von der Weltenmutter »raunt« diese Rune, von körpererschaffender Wirkkraft, welche im herbstlichen Niedergang aus blühenden Höhen hinabsteigt in die Grabkammern der bergenden Hel. Zur Nuß, zum Samenkern wird die Lebensmutter, die sich in allen ihren Geschöpfen offenbart. Die Fackel, den Kienbrand des Lebens, nimmt sie mit hinunter, die Nacht beginnt, die Kälte, das Geschwür am Jahresleib, hebt an zu wachsen. Die Rune wispert leise von langer Krankheit und Hoffnungslosigkeit, von Mutlosigkeit angesichts des Welkens und Blätterfalls. Die Mutter gebiert, und so muß sie auch verschlingen. Doch jede trockene, leblos erscheinende Nuß birgt einen süßen, unvergänglichen »Seelenkern«, aus dem eine Wiedergeburt möglich wird. Dies ist auch das tröstliche Signal der Urmutter-Jungfrau im Sternenkreis; sie hält das Auferstehungssymbol, spica, die Ähre, verheißungsvoll empor. Unter diesem Aspekt würde die Rune von einer Chance sprechen, die einem äußeren Niedergange innewohnt, wenn er zur Selbstbesinnung auf den eigenen Wesenskern zu führen vermag.




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Orakelstab 20 : Reise-Ratschlag
Runenbegriff: Raido (Wagen-Ritt-Reise) / raidho
Sinngehalt: Fahrt (Seelenreise)
Mondcharakter: erblühter Vollmond
Tyrkreisort: Waage (leichter Jungfrau-Einfluß)

Laut: R
Diese Rune kündigt längerfristige Ortsveränderungen an. Damit könnte auch eine spirituelle Reise im Sinne einer Bewußtseinserweiterung gemeint sein - ja sogar die »letzte Fahrt« auf dem Wagen des Totenkärrners bzw. der Seelenritt nach Walhalla/Gimle, dem jenseitigen Aufenthaltsort guter Seelengeister. Strenggenommen wohnt jeder Reise eine gesteigerte Gefährdung inne - ist es eine Rückreise, so vermag sie zur Seligkeit hinzulenken, doch in der Regel haftet ihr ein negativer Aspekt an. Die Reise ist zumeist eine Flucht vor dem eigenen Ich, ist Rausch und Betäubung. Nichts Wesentliches ist auf Fernreisen zu finden. Was die Menschenpflanze zur Entfaltung wahrhaft braucht, findet sie im eigenen Wurzelraum. Somit warnt die Rune vor dem Reiserausch in die Fremde des Selbstverlustes und rät zur Reise der Selbstfindung und der Ich-Erkenntnis. Solch ein Gang führt am Stamm des Lebensbaumes hinab zu den Müttern und Vätern, aus denen wir emporgewachsen sind. Die Rune steht im Einfluß der Waage und appelliert an Ausgewogenheit, Gerechtigkeit, Vermittlungswillen in dieser und auch in Richtung jener Welt. Gelingt es dir, Frieden mit deinen Ahnen zu halten?


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Orakelstab 21: Weltseele - Menschenseele
Runenbegriff: Ase (Wodan) / ansuz
Sinngehalt: Geistgott-Weltatem-Weltseele (Brahman-Vayu, Osiris-Thoth, Hermes-Merkur, Teutates-Lug)
Mondcharakter: gebärender Schwarzmond
Tyrkreisort: Waage


Laut: A
Mit 24 Runen, den Ideenbildern aus Wort und Zahl, schuf der Ase Wodan die transzendenten Bausteine der Welttotalität. 24 erbringt in Gestalt ihrer Quersumme die Kosmoszahl 6, die ebenso als geheimnisvolle Charakteroffenbarung in der 21 geistert (1+2+3+4+5+6 = 21). Beide, die Gesamtzahl der Runen sowie die Asenrune, bergen zahlenmystisch als ihren kleinsten Nenner die 3, jene Chiffre des geistigen Wesenskernes der Dinge schlechthin. Der heilige Weltgeist, kosmischer Atem, die Seele des Seins, Wodan, den die Ahnen Allvater nannten, ermißt nach seinem Maßstab die Seelen, wenn er dereinst an der Sternenwaage steht während des letzten Gerichtes, da die Geister des Lichtes von jenen der Finsternis geschieden werden. Seine Rune gemahnt zur Wachsamkeit gegenüber Moloch Mammon und seiner Meute. Und sie prophezeit Hilfe durch den Geist der Wahrheit und Ausgewogenheit. Ein rechter Rat wird erteilt werden. Die Winke Wodans entspringen immer jener höchsten Verantwortung, die zu beurteilen der enge Menschengeist sich nicht vermessen darf, obgleich unser Geistesfunke dem großen, ewigen Weltenfeuer des Asen entstammt. Seine Rune predigt die Vergeistigung, fordert auf zum Nachsinnen, Besinnen, Übersinnen, Tiefsinnen; sie verlangt die kämpferische Stoffüberwindung durch den Geist des




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Orakelstab 22: Tod und Tiefel
Runenbegriff: Thurse-Dorn (Unhold, Troll, Dämon) / thurisaz
Sinngehalt: Tod in der Materie durch Hingabe an deren Geist (Loki-Widersacher-Tiefel, Angraman, Seth)
Mondcharakter: erblühter Vollmond
Tyrkreisort: Skorpion (leichter Waage-Einfluß der negativen Waagschale)


Laut: TH
Der reine Lichtgeist strebt nach letztlicher Überwindung der Lügenseele (Loke) sowie dessen Kreaturen: der wölfischen Gier (Fenriswolf), des Geistestodes (schwarze Hel) und der Weltschlange fluchbeladener Wiedergeburten (Midgardschlange). Die Einzelwesen des Lichtgegners in eine einzige ungeheure Gestalt zusammengeschaut, das ist der große Thurse, der RiesentroII, der Winterdämon, der mit »dorniger Rute« die Völker in den Schlaf des materiellen Selbstvergessens hineinpeitscht. Der Thursenstab erinnert immer daran, auf der Hut zu sein vor negativen Skorpion-Tendenzen, gleichgültig ob sie im eigenen Inneren wesen oder uns aus der Umwelt bedrohen: Zerstörungs- und Rachsucht, Haß, Zynismus, Unduldsamkeit, Neid, Provokationsfreude, Leidensgenuß. »Wahnsinn-Wollust-Wut«, »Taumel-Tollheit-Trunkenheit« bringt der Thurse, bestialische Instinkte, Streben nach dem goldenen Staub der Welt, Mammonanbetung, also Tod aller wahren Lichtgeistigkeit. So erscheint die Rune wie ein Mahnmal gegen Verführung und Welttrug, gegen das Erlöschen des guten Geistes in den Fallstricken des Stoffes. Oft tritt eine weltliche Versuchung an uns heran - siegt die Treue, oder siegt der Troll? Diese Frage kann nur aus dem gesamten Runenorakelverband entschieden werden.




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Orakelstab 23: Opfersinn /uruz
Runenbegriff: Ur (Wild-, Gottesstier)
Sinngehalt: Versiegen der Vegetationskraft, Opfertod des kosmischen Stieres (Prajapati, Osiris, Wodan-Fro/Frej, Dionysos, Tamuz)
Mondcharakter: gebärender Schwarzmond
Tyrkreisort: Skorpion

Laut: U
Der Stachel des Skorpions fand sein Opfer, der Schuß auf den Sonnenhirsch erreichte sein Ziel, der göttliche Jahresstier, die Fruchtbarkeits- und Lichtallegorie ist tödlich getroffen. Dies ist die Rune des Todes infolge eines vorhersehbaren Niederganges - keines Eisblitzes aus heiterem Himmel, sondern des folgerichtigen Dahinscheidens, dem neues Aufblühen erwächst. Im ewig-erneuernden, welterhaltenden Wechsel muß Altes vergehen, um dem jungen Kommen Nahrung und Raum zu schaffen. So mag jeglicher Tod als zeitverjüngender Opfergang geschaut werden - ein düsteres Empfinden der Trauer wird trotzdem bleiben. Eindringlich stellt dieser Stab das Bild der Vergänglichkeit vor uns hin mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Werden wir in der Entkörperlichung auf höherer Seinsebene alle diesseitigen Rätselfragen durchschauen, welche Wodan mit seinem welterschaffenden Opfertod geknüpft hat? Doch muß die Urrune nicht unbedingt den letzten Schritt in die Walhalla meinen - der Mensch stirbt auch schon vorher viele kleine Tode. Dieser Orakelzweig raunt die Schlüsselworte des Sternenskorpions »Stirb und Werde«, und er preist dessen beste Aspekte: Hingabe für die hohe Idee, die in der Wertskala dem menschlichen Sein des Einzelnen noch übergeordnet erscheint - Verzicht und bewußter Gang in die Tiefe - Erkenntnis der Opfernotwendigkeit und daraus resultierende Opferbereitschaft.



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Orakelstab 24: Höherer Lohn / fehu
Runenbegriff: Vieh (Besitz, Habe)
Sinngehalt: der Opferhingabe bzw. dem allgemeinen Wohlverhalten entquellende Segenskeime
Mondcharakter: erblühter Vollmond
Tyrkreisort: Schütze, Skorpion-Einflüsse

Laut: F
Aus der Opferhingabe der Skorpion-Phase erhebt sich jener tiermenschliche Zentaur, der den sehnsuchtsvollen Pfeilschuß in die Auferstehung des weltlichen Erwachens hineinschleudert. Der Stab ist im wesentlichen von Schütze-Einflüssen geprägt, zukunftsorientiert, hoffnungsfroh, von umfassender Einsicht, Großzügigkeit und schwungvoller Aktivität. Als Zeichen des Besitzes, speziell der beweglichen Habe, wurde dieses Runenwort stets gedeutet. Gemeint ist aber nicht das sinnlos raffende, knechtende Zinskapital, sondern das hilfreich ordnende, den Wohlstand der Gesamtheit hebende, anständige Geld aus redlichen Einkünften, denn die »Viehseele«, jenes präexistente, vorweltliche Ideenbild, welchem das Nutzvieh erwuchs, galt als Synonym für »guten Sinn«. Unter diesem Aspekt fordert uns die Viehrune auf zum Wohlverhalten gegenüber Mitmensch und Kreatur. Das Vieh, ja die Tiere allgemein, jene noch unvollkommenen Geschwister des Menschen, bedürfen unserer Fürsorge und liebevollen Anteilnahme im sich gegenseitig stützenden Ring des Lebendigen. Der Orakelzweig spricht vom materiellen Segen, der aus transzendentem Bewußtsein - gepaart mit Verantwortungsgefühl für diesseitige Harmonie - erwächst. Sie könnte derartigen Zugewinn ankündigen oder aber dergestaltige Ermahnungen aussprechen. So singt gerade jene Rune, welche in schlichtestem Wortgewande einhergeht, das erhabene Lied von der höheren Habe, von den geistigen Schätzen der rechtschaffenen Seele, über die erst im Gegenzug des numinosen Gnadenaktes das Füllhorn weltlichen Wohlstandes ausgegossen wird. Unangekränkelten Gefühls vermag sich demnach der Besitzer beständigen Reichtums seiner irdischen Schätze zu erfreuen, galten sie doch als sichtbare Zeichen jener »himmlischen Ortes erworbenen Huld«. Unter solcher Betrachtungsweise darf die Viehrune als verpflichtender Wegweiser gelten: Segensgaben in dieser wie in jener Welt erwachsen allein aus der Beachtung des Rita, des heiligen Weltgesetzes der Wahrheitsordnung. Im karmischen Sinne wird letztlich und dauerhaft kein Unschuldiger Strafe erleiden und kein Unwürdiger Lohn empfangen.




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Schrift war kein sumerischer Import, vielmehr Harald Haarmann setzte 1991 mit seinem Grundlagenwerk "Universalgeschiche der Schrift" den bisher markantesten Meilenstein der wissenschaftlichen Schriftgeschichte. Auf S. 18 sagt er: "Eine der wichtigsten Neuerungen in der Forschung der letzten Zeit ist die Erkenntnis, daß die Anfänge der Schriftgeschichte um mindestens 2 Jahrtausende zurückverlegt werden müssen. Die Schriftkultur der Menschheit begann vor 7000 Jahren." Nicht im bisher angenommenen Kulturkreis der Sumerer in Mesopotamien, sondern in Südwestsiebenbürgen stand die Wiege der zivilisierten Menschheit und der Schriftentwicklung. Der litauischen Archäologin M. Gimbutas verdanken wir ein übersichtliches Bild über diesen vorindogerm. Kulturkreis am Unterlauf der Donau, den sie "Alteuropa" nennt. Diese altbalkanische Schrift war kein sumerischer Import, vielmehr eine bodenständige Neuschöpfung. Auch die bisher ältesten Hakenkreuz-Symbole treten hier auf. Zwei volle Jahrtausende liegen zwischen den ersten Schriftzeugnissen der Donau-Kultur und den ältesten sumerischen Aufzeichnungen. In "Alteuropa" handelte es sich um eine Sakralschrift, die etwa von 5300 - 3500 v.0 in Gebrauch war
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