Die jüngere Edda

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Die jüngere Edda

Beitrag  Magiccircle am Mo Jun 13, 2011 10:59 pm

Während die Frage des Sammlers der Lieder der älteren Edda umstritten ist, ist die Sache bei der jüngeren Edda recht eindeutig, weil im Uppsalabók (einer Handschrift der jüngeren Edda) eine Vorbemerkung zu finden ist:

>Bók þessi heitir Edda. Hana hefur saman setta Snorri Sturlu sonur eftir þeim hætti sem hér er skipað...<

hier ist auch der Name "Edda" zu finden, der auch auf die ältere Edda übertragen wurde. Die Diskussion beschränkt sich also auf die Fragen, welche Quellen Snorri vorlagen und inwieweit christlicher Einfluß vorhanden ist. Snorri Sturluson lebte von 1179 (oder 1178) bis zum 23. 9. 1241 und war (wie Sæmundur) nominell Christ; zu dieser Zeit konnte man gar nicht mehr Heide sein, ohne in Lebensgefahr zu geraten. D. h. alle Eddaüberlieferer waren äußerlich Christen. Aber die Frage ist, ob sie innnerlich dem christlichen oder dem heidnischen Glauben zugehörten.

Gehen wir also zunächst der Frage nach, welche Quellen Snorri für seine Zusammenstellung vorlagen.

Der erste Hauptabschnitt der jüngeren Edda trägt den Titel "Gylfaginning", das bedeutet "Gylfis Vision". Gylfi war ein sagenhafter schwedischer König, der auch in der Ynglinga saga erwähnt wird, und der zu den Göttern nach Ásgarðr reiste und dort unter Benutzung des Óðinskultnamens Gangleri eine Vision erhielt. Diese Vision hat er später weitererzählt, wie die Eptirmáli (Nachbemerkung) der Gylfaginning (Kap. 54) belegen:

>Alsbald hörte Gangleri von allen Seiten lautes Krachen und schaute unwillkürlich zur Seite. Als er sich weiter umsah, stand er draußen auf flachem Felde, sah keine Halle und keine Burg. Da wanderte er seiner Wege, kam heim in sein Reich und erzählte, was er gesehen und gehört hatte; ihm haben es dann andere nacherzählt<.

In der schon zitierten Vorbemerkung im Uppsalabók heißt es von dem Edda genannten Buch:

>Zusammengestellt hat es Snorri Sturluson...<

Wir können also davon ausgehen, daß die Vision des Königs Gylfi bereits bekannt und verbreitet war, und Snorri Sturluson dann lediglich die Texte zusammengestellt hatte, und zwar in ähnlicher Dialogform, wie z. B. die Dialogi Gregorii (im 12. Jh. auch ins Isländische übersetzt), der Elucidarius (ca. 1080-1137 entstanden, eine isländische Übersetzung von 1200 ist erhalten) oder der Konungsskuggsjá (in Norwegen um 1260 verfaßt). Mögliche Fehler in der Überlieferung rühren daher, daß Snorri oder seine Vorgänger Einzelheiten vergessen oder nicht mehr verstanden haben könnten.

Daß der Titel "Gylfaginning" als heidnische Bezeichnung bekannt war, belegt die Tatsache, daß jüngere Handschriften (Abschriften) der jüngeren Edda über diesen ersten Abschnitt den Titel "Hárs Lygi" ("Hárs Lügen" setzten, um den Titel "Gylfaginning" zu vermeiden. Hárr ("der Hohe" ist ein Beiname des Gottes Óðinn.

Bleiben wir noch kurz bei Snorri Sturluson. Obwohl er aus einer der reichsten Sippen Islands stammte (sein Vater war der Gode Sturla Þorðarson, seine Mutter Guðny Böðvarsdóttir stammte aus der Sippe des Skálden Egill Skallagrimsson, verwandt war Snorri auch mit den Skálden Markús Skeggjason und Einarr Skúlason), wurde er nicht zu Hause aufgezogen, sondern kam mit drei Jahren zu Jón Loptsson nach Oddi. Snorri wuchs also in der berühmten ehemaligen Godenschule auf, in der auch schon Sæmundur gewirkt hatte, "er muß da eine vorzügliche Schule und vielseitige Ausbildung erhalten haben" (Hans Kuhn, Das Alte Island, Düsseldf., Köln 1978, S. 198). Jón Loptsson war ein Enkel Sæmundurs, er war Gode und "der angesehenste und einflußreichste Isländer seines Zeitraums. Ein besonderes Vertrauen genoß er als unbedingt gerechter und sachlicher Schiedsrichter in schwierigen Streitfällen" (H. Kuhn, S. 285).

Jóns Mutter war eine uneheliche Tochter des norwegischen Königs Magnús berfættr. Snorri blieb bis zu seiner Heirat 1202 in Oddi und war nun 23 Jahre alt. Er lebte dann in Borg, wo er zuerst die Godenwürde (als nur noch weltliches Häuptlingsamt) erhielt. Von 1215 bis 1218 sowie von 1222 bis 1231 wurde er Logsogumaðr (Gesetzessprecher), das höchste Amt Islands. Wahrscheinlich wurde es als nichtreligiöser Ersatz für das heidnische Amt des Allsherjargóðí (obersten Goden) eingeführt und in den Sogur auf die Zeit der Missionierung zurückdatiert oder war ein zusätzlicher Titel des Allsherjargóði. In Norwegen wird Snorri 1218 skutillsvein (Diener an der königlichen Tafel) im Königsgefolge, von Skúli und Hákon wird Snorri um 1220 zum lendr maðr (höchster Rang nach Jarl) gemacht, 1239 verleiht Skúli Snorri den Titel Jarl was vorerst geheimgehalten wurde und wohl auf Island bezogen werden sollte. Da Snorri für Islands Unabhängigkeit und gegen König Hákon war und sich dessen Befehl widersetzt hatte, wurde er im Auftrage Hákons 1241 ermordet.

Immer wieder wird behauptet, Snorri Sturluson sei auch innerlich Christ gewesen. Dies stimmt eindeutig nicht. Schon seine Verbundenheit mit den Vertretern der alten Godensippen brachte ihn sicher mit dem heidnischen Denken zusammen, welches sich noch deutlich hinter christlicher bzw. weltlicher Façade erhalten hatte. Die Zusammenstellung der jüngeren Edda ist vielmehr als eine Ergänzug oder Fortführung von Sæmundurs Sammlung anzusehen und ein Zeugnis für die innere heidnische Einstellung Snorris. Diese kann man auch an den folgenden Sätzen aus der Gylfaginning (Kap. 3, 20, 6) entnehmen, die ein Christ sicher unterdrückt hätte:

>Er (Óðinn) lebt durch alle Zeitalter und beherrscht sein ganzes Reich und waltet aller Dinge, großer und kleiner<.

>Welches sind die Ásen, denen die Menschen es schuldig sind, an sie zu glauben?<

>Und das ist mein Glaube, daß dieser Óðinn und seine Brüder die Regierer von Himmel und Erde sind. Wir glauben, daß dies sein Name ist. Es ist der Name des Größten und Vornehmsten, den wir kennen, und auch ihr könnt ihm wohl diesen Namen geben.<

Selbst der Eddaübersetzer Karl Simrock, sonst dem germanischen Heidentum nicht ablehnend gegenüberstehend, empfand diese Sätze als so heidnisch, daß er den zweiten Satz abschwächte "...an die die Menschen glauben sollen" und den dritten Satz einfach kürzte und seinen 2. Teil (ab: "Wir glauben..." in seiner Übersetzung wegließ.

Auffällig ist weiterhin, daß sich Snorri niemals zum Priester weihen ließ, obgleich er ja Godenkirchen betrieb und davon Einnahmen erzielte. Dies deutet man darauf, daß Snorri das Christentum innerlich ablehnte, wenngleich er natürlich auch nicht mehr die Möglichkeit hatte oder in Betracht ziehen konnte, dieses wieder abzuschaffen.

Unbestritten gibt es christliche Einflüsse in der jüngeren Edda. Wenn in den Skáldskaparmál etwa die Kenningar für "Krist" (Christus) mit angegeben sind, weil das Heidentum so tolerant war, auch die Anrufung dieses Gottes zuzulassen, und außerdem die Skálden auch die "Heitis" (Benennungen) für christliche Lieder kennenlernen sollten, dann ist dies eindeutig ein christlicher Einfluß.

Aber Wissenschaftler haben auch versucht, in den anderen Teilen der jüngeren Edda christliche Gedanken aufzuspüren. So hat man z. B. auf die Strophe Voluspá 3 hingewiesen, die im Kap. 4 der Gylfaginning verändert zitiert wird. Während diese Strophe in der Voluspá beginnt: >Einst war das Alter, da Ymir lebte...<, fängt die Strophe in der Gylfaginning so an: >Einst war das Alter, da alles nicht war<. Sollte Snorri Sturluson hier etwa die Schöpfung der Welt aus dem Körper des Urriesen Ymir durch die christliche Vorstellung einer Schöpfung aus dem Nichts ersetzt haben, wie behauptet wurde? Nein, die Erklärung für diese Strophenänderung ergibt sich vielmehr aus dem Textzusammenhang. Im Kap. 4 der Gylfaginning wurde ja noch gar nichts vom Urriesen Ymir gesagt, so daß seine Erwähnung in der Strophe irreführend gewesen wäre. Ymirs Erzeugung wird erst im 5. Kapitel beschrieben, seine Tötung im 7., und dort wird sehr genau die Schöpfung aus dem erschlagenen Urriesen beschrieben. In der jüngeren Edda ist also keineswegs die christliche Schöpfung aus dem Nichts enthalten, sondern die heidnische Schöpfung aus Ymir, die zitierte Strophe ist in die Handlungsdramatik eingefügt und daher angepaßt.

Ein anderes Beispiel sind die 12 Óðinsnamen in der Gylfaginning 3. Unter diesen 12 Namen findet sich nicht der Name "Óðinn" selbst, stattdessen aber Beinamen wie z. B. Alfoðr (Allvater). Und es heißt, der Gott lebe durch alle Zeitalter. Dies schien den Vorstellungen des Todes Óðins im Ragnarokr zu widersprechen, daher glaubte man, Snorri hätte hier auch den christlichen Gott gemeint. Aber wer sich intensiv mit den Ragnarokr-Vorstellungen befaßt, der erfährt, daß Óðinn keineswegs stirbt und daß es also kein Widerspruch ist, daß Óðins Tod (auf der irdischen Ebene) erwähnt wird und dennoch Óðinn weiterlebt (sehr wahrscheinlich ist Óðinn der berühmte "Starke von Oben" der nach dem Ragnarok wiederkommen wird).

Zuletzt sei darauf hingewiesen, daß nicht nur Snorri Texte der jüngeren Edda aus mythologischen Überlieferungen zusammenstellte, sondern auch ältere Überlieferer hier mitgewirkt hatten. So berichteten isländische Gelehrte, Magnús Ólafsson (ca. 1573-1636), Björn Jónsson á Skardsá (1574-1655) und Arngrímur Jónsson (1568-1648), daß die jüngere Edda das Werk zweier Verfasser sei: Sæmundur habe den Grund gelegt, und Snorri Sturluson habe auf dessen Arbeit weitergebaut und das Ganze abgeschlossen. Schon Sæmundurs Buch habe Edda geheißen. Speziell werden Wörterverzeichnisse erwähnt, die Sæmundur angelegt und Snorri vermehrt habe. Als Quellen dieser Nachricht nennen die Historiker die "heimischen Denkmäler und Altertümer", das sind Pergamente aus dem Mittelalter, die während des 17. Jhs. auf Island umgekommen sind (G. Neckel, F. Niedner, Die jüngere Edda, Düsseldf., Köln 1966, Vorwort S. 8f). Insbesondere die den Skáldskaparmál angehängten Wörterverzeichnisse stammen von Sæmundur. Es heißt (G. Neckel, F. Niedner S. 15):

"Die Synonyma für Himmel, Sonne und Mond, die dort angeführt werden, und von denen gesagt wird, sie ständen geschrieben, sind von Sämund gesammelt, offenbar aus Dichtern, die also auch Sämund als Quellen so wenig verschmäht hat wie die Synonymiker des Mittelalters die antike Posie".

Die jüngere Edda ist also in vielen Teilen älter, als die Zeit ihrer Zusammenstellung durch Snorri um 1220.

Ihr Formáli (Prolog) ist umstritten: Ist er echt, oder ein späterer Zusatz? Vermutlich wurden die Formáli verfaßt, um den heidnischen Inhalt der Hauptteile der jüngeren Edda überhaupt schreiben zu dürfen. Mit einer christlichen Einleitung versehen war die Gefahr etwas geringer, als Heide entlarvt und vielleicht hingerichtet zu werden. Gleichzeitig findet sich in diesem Text eine wichtige, aber verschlüsselte Deutungsanweisung, die hier nicht weiter besprochen werden soll.



Verfasser der Eddalieder

Wenn wir nun berücksichtigen, daß Sæmundur und Snorri lediglich Zusammensteller, Sammler bzw. Aufschreiber der Eddalieder waren, wer waren dann ihre Dichter?

Die Wissenschaftler behaupten, die Eddalieder seien anonym überliefert, während wir bei den Skáldenstrophen und -liedern fast immer den Namen des Skálden kennen.

Schon diese Behauptung ist nur teilweise richtig. Viele Eddalieder tragen nämlich durchaus Namen, die auf ihre Verfasser hinweisen. So bedeutet etwa der Titel "Voluspá" einfach "Weissagung der Volva". Eine Volva ist eine Seherin, modern könnte man sie auch als Medium bezeichnen. Eine Seherin oder ein Medium hat also diese Vision von Weltschöpfung und Untergang erhalten und andere, wahrscheinlich Goden oder Skálden, haben diese Vision aufgeschrieben bzw. mündlich weitergegeben. Dieses Lied ist also überhaupt nicht anonym überliefert. Auch Egill Skallagrimsson, der im 9. Jh. lebte, hat seine Verse nicht selbst aufgeschrieben, sie finden sich z. B. in der lange nach seinem Tode um 1230 verfaßten Egils saga Skallagrimssonar. Wir müssen also eine Reihe von Überlieferern annehmen, die mythologische Lieder, aber auch Sagas und Skáldenstrophen auswendig kannten und mündlich weitergaben, bis die Texte schließlich zu Papier oder Pergament gebracht wurden.

Einige Titel von Eddaliedern zeigen deutlich auf, daß Gottheiten als Verfasser angesehen werden können, wie Grimnismál, Vegtamsqviða, Hávamál, Hárbarðzljóð, Lokasenna, Grógaldr, Fjollsvinnzmál, Rígsþula oder Brageroður. In den Hávamál, die von Óðinn selbst erzählt werden, gibt der Gott einige Beispiele für Seine Erlebnisse, die ja nur Er selbst wissen kann. Auch die Grimnismál gelten als "Worte der Götter"; dies bestätigt auch die jüngere Edda, denn in der Gylfaginning Kap. 41 wird die Strophe Grimnismál 44 angeführt mit den Worten:

>Svo er hér sagt í orðum sjálfra ásanna:<

("So heißt es hier mit der Ásen eigenen Worten:" .

Das Verhältnis von ursprünglicher Dichtung, die schon aus vorindogermanischer Zeit stammen kann, zu den in der Edda enthaltenen Liedern ist schwer zu bestimmen. Bei den Runenstrophen in den Hávamál (Str. 146-163) liegt zweifellos die jungnordische Runenreihe zu Grunde. Ordnet man zu jeder Strophe das entsprechende Runenzeichen dieser Reihe, die sich zwischen 650 und 800 u. Zt. aus der gemeingermanischen Runenreihe entwickelte, ergeben sich deutliche Übereinstimmungen der Bedeutungen. Das Runenlied selbst hatte sicher ursprünglich 24 Strophen für alle 24 Runen. Mit der Zeit kamen acht Runen außer Gebrauch, und somit änderten die Überlieferer der Runenstrophen die Anordnung auch und paßten den Text nach und nach der jüngeren Runenreihe an. Aber zwei Strophen zu Runen der älteren Reihe waren noch nicht vergessen, sie wurden an den Text angehängt (Háv. 162, 163). Derartige Veränderungen ursprünglicher mythologischer Texte sind also schon auf Grund der Tatsache der jahrhundertelangen mündlichen Weitergabe sowie der Sprachentwicklung vorhanden. Außerdem gibt es Eingriffe von Überlieferern, z. B. Snorri, die gleichfalls erkennbar sind. Zuweilen ging auch der Bezug zu einer bestimmten Gottheit verloren, wenn es nun z. B. Liedertitel wie "Þrymsqviða" gibt, die also den (erschlagenen) Riesen Þrymr als Verfasser andeuten, was ja nicht möglich ist. Dieses Lied wird vielleicht ursprünglich einen auf den Gott Þórr weisenden Titel getragen haben, und immerhin tragen seine Ausläufer in Skandinavien immer noch Titel wie "Tord af Havsgaard" (ursprünglich "Þórr von Ásgarðr" oder "Torekal" ("Þórr Karl" .

Wir können die Lieder der Edda also eindeutig als Äußerungen der Götter ansehen, die lediglich durch ihre lange mündliche Überlieferung etwas verändert wurden; diese Veränderungen müssen nicht im Sinne von Verfälschungen verstanden werden, denn die Menschen der heidnischen Zeit trugen sicher dazu bei, Unklarheiten in den Überlieferungen im heidnischen Sinne zu klären. Die Menschen dieser Zeiten hatten noch so innige Beziehungen zu den Göttern, daß Fehler in den heiligen Texten leicht ausgeräumt werden konnten. Wenn z. B. noch im Heere von Jarl Hákon, auf dessen Seite auch seine Schutzgöttin Þórgerðr Holgabruð kämpfte, gesagt wird (Jómsvíkinga saga 15, Thule 19, S. 428):

>Harald der Schläger sah zuerst Holgabruð im Heere Jarl Hákons, und viele andere hellseherische Männer<

dann zeigt dies, daß viel mehr Menschen damals hellsichtig waren, als heute und spirituelle Dinge leicht von diesen "überprüft" werden konnten. Darum ist es für uns auch nicht nötig, zu den ältesten vorindogermanischen Ursprüngen der Götterlieder vorzudringen, sondern wir können uns mit den vorliegenden Liedern gut begnügen.



Naturmythologische Deutung

Wir kommen nun zu der Frage, welchen Wert für uns traditionelle germanische Heiden die Eddalieder haben. Was können heutige Menschen der Edda (gemeint sind die jüngere wie ältere Edda) entnehmen?

Kultische Einzelheiten, etwa den Ablauf der Blóts, finden wir hier nicht, auch sind nur sehr wenige Gebete enthalten, wie ja auch in der Bibel kein kompletter Meßablauf beschrieben ist.

Die Edda hilft uns aber, die Götter selbst näher kennenzulernen, wie Sie handeln, reagieren und welche Charaktereigenschaften Sie haben. Dieses Wissen kann uns helfen, den Göttern näher zu kommen, mit Ihnen zu kommunizieren. Die Götter sind keine abgehobenen, undurchschaubaren und unnahbaren Wesenheiten, sondern haben Persönlichkeit und Eigenschaften, wie Menschen auch. Damit sind Sie der menschlichen Ebene näher und können von Menschen angerufen werden. Dieses Verhältnis sollte aber nicht mit Kumpelei verwechselt werden, immer hatten unsere Vorfahren auch den nötigen Respekt vor den Göttern.

Wir können auch die Werte, die sogar das Handeln der Götter bestimmen, kennenlernen und selbst versuchen, danach zu leben. In den Lebensregeln der Edda (z. B. in den Hávamál und Sigrdrífumál) stehen uns Anleitungen für unser eigenes Verhalten im Alltag zur Verfügung.

Dann enthält die Edda die Mythen von der Weltschöpfung (Kosmogonie), der Menschenschöpfung (Anthropogonie), der Weltbeschaffenheit (Kosmologie) und des Weltunterganges (Eschatologie). Diese Mythen können uns helfen, unseren Platz im Universum zu finden, Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Evolution zu beantworten, und Auskunft über das Leben nach dem Tode zu geben. Die großen mythischen Bilder der Edda zeigen uns auch, welche Kräfte im Kosmos zusammen oder gegeneinander wirken.

Schließlich sind alle Eddalieder auch auf naturmythologischer Ebene deutbar. Die naturmythologische Deutungsebene, für die Ludwig Uhland einer der Wegbereiter war, wird von der modernen Forschung meist ignoriert oder verworfen, nur wenige Forscher halten an ihr fest. Hintergrund dieser Deutungsebene ist die Feststellung, daß jede Gottheit auch in entsprechenden Naturerscheinungen sich äußert oder wirkt. Nicht die Naturerscheinung ist die Gottheit, sondern die Naturerscheinung ist ein in der materiellen Welt sichtbares Bild oder Gleichnis für die Götterkraft.

Der Chronist Adamus Bremensis schrieb in seiner Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum über die Zuständigkeiten der drei Götter Þórr, Óðinn und Freyr (IV, 26):

>"Thor", sagen sie, "hat den Vorsitz in der Luft, er lenkt Donner und Blitz, gibt Winde und Regen, heiteres Wetter und Fruchtbarkeit. Der andere, Wodan, d. h. Wut (furor), führt Kriege, und gewährt dem Menschen Tapferkeit gegen seine Feinde. Der dritte ist Fricco; er spendet den Sterblichen Frieden und Lust<.

Zu Adams Zeit (er starb 1085) war also der Bezug einzelner Gottheiten zu entsprechenden Naturerscheinungen wie Donner, Blitz, Wind oder Regen noch bekannt. Auch in der jüngeren Edda werden die Naturbezüge einzelner Götter erwähnt, z. B. wird in der Gylf. 22 Baldr so charakterisiert: >Er ist so schön von Antlitz und so glänzend, daß ein Schein von ihm ausgeht<. Hier ist sicher eine Andeutung auf Baldr als Licht- und Sonnengott enthalten. Über Njorðr berichtet die Gylf. 23: >Er beherrscht den Gang des Windes und stillt Meer und Feuer<, die Gylf. 24 sagt über Freyr: >Er herrscht über Regen und Sonnenschein und das Wachstum der Erde<. Über Óðinn sagt die Ynglinga saga (Kap. 7): >Überdies konnte er durch Worte allein das Feuer löschen oder die See beruhigen, auch konnte er die Winde drehen, nach welcher Seite er wollte<. Hier ist noch die ursprüngliche Hauptfunktion Óðins als Windgott erkennbar, der Gott führt daher in den Grimnismál 54 den Beinamen Váfuðr ("Wind" . Auch Sein Hauptname, Wodan (Óðinn) wird im Sinne von "Wut (des Sturmes)" gedeutet. Die Namen der anderen Götter haben gleichfalls Bezüge zu den Naturerscheinungen: Þórr bedeutet den "Donner" des Gewitters, Yngvi (ein Beiname des Freyr) bedeutet "Brennen" (des Sonnen- und Kultfeuers), Sól ist die "Sonne", Loki wird auch als "Lohe" (das lodernde Wildfeuer) gedeutet, Baldr bedeutet der "Helle, Strahlende" und bezeichnet Ihn als Licht- und Sonnengott, Heimdallr ist der "Weltglanz", der "über die Welt Glänzende" und kennzeichnet den Gott als Mondgott, wie auch sein älterer Name Mannus ("Mond" , die Göttin Vár ist nach dem Frühling benannt, ein Beiname der Freyja lautet Mardoll und bedeutet "Meererleuchtend", der südgermanische Name Ostara bedeutet "Morgenstern", der Name des Gottes Forseti ist vielleicht zu Poseidon ("Meer" zu stellen, die Göttin Syn ist nach dem "Schein" der Sonne oder des Feuers benannt, und die Namen der Götter Njorðr und Njorunn bedeuten wahrscheinlich "Erde".

Diese Tatsachen waren, wie die erwähnten Quellen belegen, unseren Vorfahren noch bekannt. Wenn es nun also ein Eddalied wie Þrymsqviða gibt, in dem der Donnergott Þórr erwacht und sein Hammer gestohlen ist, den Er sich nun mit List von den Riesen holen muß, dann war unseren Vorfahren bewußt, daß Þórr hier das erste Gewitter des Frühlings verkörpert, zu dem Er den Hammer als Blitzsymbol benötigt, und das die Riesen den Winter symbolisieren. Die Riesen heißen in der Edda häufig "Hrimþursen" (Reifriesen) und dies beweist, daß die Riesen auch als Vertreter des kalten Winters mit Reif und Schnee angesehen wurden. Es gibt in den Quellen eine eigene Genealogie von Riesen, die auch den Winter verkörpern, und zwar in den Fundinn Nóregr und der Hversu Noregr byggðisk, wo der Riese Fornjótr u. a. einen Sohn Kari (Wind) hat, dessen Nachkommen Namen wie Jokull (Gletscher) oder Frosti (Frost) und Snær (Schnee), aber auch Fonn (Schneewächte), Drifa (Schneegestöber) und Mjoll (Pulverschnee) tragen. Die Riesen wurden also durchaus als Vertreter des Winters gedeutet.

Selbst Einzelheiten der Mythen können in naturmythologischer Weise gedeutet werden: Þórr verkleidet sich als Braut und nimmt Loki als Begleiter mit. Dies bedeutet, daß sich das erste Frühlingsgewitter (Þórr) hinter den ersten warmen Frühlingslüften (Loki) verbirgt und sich weiblich wie die Frühlingsgöttin verkleidet. Dabei wird der verkleideten Braut zur Weihe der Hammer überreicht, und die Göttin Vár angerufen, die auch den Frühling symbolisiert.

Dann bricht das Gewitter schließlich hervor und erschlägt die Riesen und bereitet dem Winter ein Ende. Diese Deutung der Þrymsqviða ist sehr naheliegend und war gewiß vielen Menschen der heidnischen Zeit bekannt. Uns können derartige Deutungen der Eddalieder helfen, uns mit den jeweils in der Jahreszeit herrschenden Götterkräften auseinanderzusetzen, uns auf sie einzustellen und so nicht nur das Geschehen in der Natur zu verinnerlichen, sondern auch in Einklang mit den Göttern und der Natur zu gelangen. Denn es ist selbstverständlich so, daß auf den Blóts (Festen) des Jahres nur das jeweils zur Jahreszeit passende Eddalied vorgetragen wird.

Auf den Jahreskreis beziehen sich auch die Heldenlieder der Edda; hier stehen nun zwar Helden an Stelle der Gottheiten, aber der Bezug zum Jahreskreis ist noch erkenntlich. So entspricht z. B. die Ermordung des Sonnenhelden Siegfried-Sigurðr (als Vertreter des Sonnengottes) durch Hagen-Hogni (als Vertreter des Dunkelgottes) der Ermordung Baldrs durch Hoðr. Diese Lieder eignen sich auch besonders für die Blóts der Kriegerverbände.

Die Einzeldeutungen aller Götter- und Heldenlieder der älteren Edda finden sich in den Lehrheften des Allsherjargoden.

Neben der naturmythologischen Deutung der Eddalieder gibt es weitere Deutungen höherer Ebenen. Eine Weitergabe dieser Deutungen erfolgt nur mündlich und nur an dafür würdige Heiden.



Ausgaben und Übersetzungen

Von der älteren wie jüngeren Edda sind mehrere Facsimiles erschienen, z. B. "Codex Regius of the Elder Edda", mit einer Einführung von Andreas Heusler, Copenhagen 1937.

Eine Textausgabe der älteren Edda in normalisierter Form besorgte Hans Kuhn, "Edda - Die Lieder des Codex Regius nebst verwandten Denkmälern", 5. Auflage, Heidelberg 1983 (Bd. 1: Text, Bd. 2: Kurzes Wörterbuch), besser ist allerdings die 3. Auflage, weil sie noch die Lieder Grógaldr und Fjollsvinnzmál enthält.

Eine Textausgabe der jüngeren Edda besorgte Heimir Pálsson, "Edda Snorra Sturlusonar", Mál og menning, Reykjavík 1984.

Die Namensaufzählungen der jüngeren Edda, die Nefnaþulur, finden sich nur bei Finnur Jónsson, "Den Norsk-Islandske Skjaldedigtning", Bd. 1, København um 1900.

Deutsche Übersetzungen der älteren Edda gibt es einige. Leider sind fast alle ungenau, verfälschen die Texte, kürzen oder stellen willkürlich Strophen um. So handelt es sich beispielsweise bei den Übertragungen von Wilhelm Jordan, Hans von Wolzogen oder Rudolf John Gorsleben um freie Nachdichtungen, nicht um Übersetzungen. Felix Genzmer traf zwar bei vielen Strophen den Klang des Originals recht gut, strich aber die Prosateile der Lieder einfach weg, weil er der irrigen Ansicht war, sie seien spätere Einschübe, und stellte die Strophen völlig frei um. Die ursprünglichen Eddalieder sind in seiner Ausgabe kaum noch zu erkennen. Dafür enthalten seine zwei Bände (die als Bd. 1 und 2 die Sammlung Thule einleiten) einige Lieder der eddischen Dichtung, die sonst nirgends übersetzt sind.

Viele heidnische Gemeinschaften hatten sich bereits vor etwa 20 Jahren geeinigt, nur noch die Übersetzung von Karl Simrock zu verwenden. Diese erschien zuerst 1851, weist aber leider auch gravierende Fehler auf. Simrock hatte eigenmächtig einige zweizeilige Kurzstrophen zu Vollstrophen ergänzt (diese Erfindungen sind meist eingeklammert), außerdem hatte er z. B. allzuheidnische Lebensregeln der Hávamál abgeschwächt. Die Verse der Voluspá hat er in ihrer Reihenfolge umgestellt. Seine Übersetzung, von der in schneller Folge bis zu Simrocks Tod 1876 sechs weitere Auflagen erschienen, ist aber recht vollständig mit der älteren und Teilen der jüngeren Edda, auch Hrafnagaldr und das Sólarljóð sind enthalten. Besser als die alte Simrockübersetzung sind die Überarbeitungen. So erschien eine Simrockedda in Bearbeitung von Prof. Dr. Gustav Neckel (Die Edda, Berlin1926), in der er die Übersetzungsfehler von Simrock korrigierte, Erfindungen strich und die Strophen der Voluspá wieder in ihre originale Reihenfolge brachte. Leider fehlen dieser Ausgabe die Versnummern sowie die Teilübersetzung der jüngeren Edda, die zur alten Simrockübersetzung gehörte. Auch Prof. Hans Kuhn verbesserte die alte Simrockübersetzung. Seine Edda, mit Versnummern, erschien in drei Bändchen des Reclam-Verlages (Leipzig 1944), darunter eine Teilübersetzung der jüngeren Edda. Sie ist immer noch eine der brauchbarsten Eddaübersetzungen, lediglich die Hrafnagaldr sowie vier Strophen der Vegtamsqviða fehlen; insbesondere Band 1 (Die Götterlieder der älteren Edda) gibt es noch immer (und erneut überarbeitet) als Reclamheftchen, allerdings fehlen hier neben Hg. noch zusätzlich vier Götterlieder (Gg., Fj., Rþ., Hdl.).

Eine sehr gute Übersetzung lieferte auch Hugo Gering ("Die Edda", Leipzig o. J., Vorwort von 1892), dessen Ausgabe auch die wichtigen Teile der jüngeren Edda enthält, mit Versnummern, leider fehlen auch hier die Hg.

Eine nahezu vollständige Übertragung der jüngeren Edda stammt von Gustav Neckel und Felix Niedner, ("Die jüngere Edda mit dem soganannten ersten grammatischen Traktat", 1925, Nachdruck Düsseldorf-Köln 1966) als Band 20 der "Sammlung Thule". Leider fehlen in dieser Übersetzung die Formáli, einzelne Teile der Skáldskaparmál sowie Grottasongr, auch die Nefnaþulur fehlen. Aber es ist die bis heute einzige und vollständigste Übersetzung der jüngeren Edda.

Wir bringen nun einige Beispiele für fehlerhafte Übersetzungen. Die Menschenschöpfung (Vsp. 18) lautet bei Simrock/Kuhn:

Besaßen nicht Seele, und Sinn noch nicht,
Nicht Blut noch Bewegung, noch blühende Farbe.
Seele gab Odin, Sinn gab Hönir,
Blut gab Lodur und blühende Farbe.

Hugo Gering übersetzt die Strophe:

Hauch und Seele hatten sie nicht,
Gebärde noch Wärme noch blühende Farben;
Den Hauch gab Odin, Hönir die Seele,
Lodur die Wärme und leuchtende Farben.

Schließlich sei noch Felix Genzmer zitiert:

Nicht hatten sie Seele, nicht hatten sie Sinn,
Nicht Lebenswärme noch lichte Farbe;
Seele gab Odin, Sinn gab Hönir,
Leben gab Lodur und lichte Farbe.

Der Übersetzungsfehler liegt hier in der "lichten Farbe"; das Original hat "lito goða", was zwar auch mit "guter Farbe" übersetzt werden kann, aber "lito" (Grundform "litr" bedeutet zuerst das Aussehen (eines Menschen), die Gestalt (H. Kuhn, Wörterbuch), "góða" (Grundform "góðr" ist als "goð" ohne Akzent zu übertragen (das Original hat Akzente nicht) und als "göttlich" zu übersetzen. "lito goða" ist also "Göttergestalt"; es ist der uralte und bei vielen Kulturen überlieferte Gedanke, daß die Menschen den Göttern ähnlich geschaffen wurden hier gemeint.

Die Begriffe Seele, Atem (ond), Sinn, Geist, Verstand (óðr) und Lohe (lá) werden natürlich völlig unterschiedlich und teilweise falsch übersetzt wie die Beispiele zeigen.

Ein anderes Beispiel, welches gerne von Neuheiden angeführt wird, um sich von den heidnischen Opfervorschriften zu befreien, ist Háv. 145 (Anfang). Simrock/Kuhn übersetzt:

Besser nichts gebetet als zu viel geboten:
Die Gabe will stets Vergeltung.
Besser nichts gesendet als zu viel geschlachtet.

Bei Felix Genzmer lautet der Vers, den er noch selbstständig ergänzte:

Besser nichts erfleht, als zu viel geopfert:
Auf Vergeltung die Gabe schaut;
Besser nichts gegeben, als zu Großes gespendet:
(Eitel manch Opfer bleibt).

Hugo Gering kommt dem Sinn auch nicht näher:

Im Unmaß opfern ist ärger als gar nicht beten,
Gabe schielt stets nach Entgelt;
Verschwendet ist schlimmer als nicht geschlachtet.

Was steht nun im Original? Da heißt es in Zeile 1: "Betra er óbeðit, enn sé ofblótið", das bedeutet wörtlich: "Besser ist ungebetet, aber übergeopfert" (und analog auch in Zeile 3: "Besser ist ungesendet, aber übergesiedet" . Der Schlüssel ist das Wort "enn" (in der Handschrift: "en" , welches zwar auch mit "als" übersetzt werden könnte, allerdings hier mit "aber" übertragen werden muß. Zwar handelt es sich um eine Vergleichsform im Sinne von: "Besser A als B", aber der erste Teil steht in der Verneinung, so daß es heißen muß: "Besser nicht A, aber B". Über das Wort "en" heißt es: "Es bezeichnet selten einen betonten Gegensatz und kommt dem oc und oft sehr nah" (H. Kuhn, Wörterbuch). Die zweite Zeile bedeutet etwa: "Nach der Gabe die Vergeltung sieht". Sinn der Strophe: Man soll viel opfern und um wenig bitten (weil man bescheiden sein soll und die Götter genau wissen, was uns fehlt), die Gegengabe richtet sich nach der Opfergabe.

Nun könnte man noch weitere Fehler auflisten, z. B. übersieht Simrock in Þrymsqviða Str.30 die Göttin der Ehe, Vár:

Legt den Miölnir der Maid in den Schoß
Und gebt uns zusammen nach ehelicher Sitte.

Hier ist ausnahmsweise einmal F. Genzmer (und H. Gering) besser:

Leget Mjöllnir der Maid in den Schoß!
Mit der Hand der War weiht uns zusammen!

Es wurden auch in den Neuausgaben zusätzliche Fehler eingefügt, z. B. in der Neuausgabe der Genzmer-Übersetzung von Vsp. 47 (nach Simrockzählung: 48) geht der Weltbaum in Flammen auf, was zum Mythos gar nicht paßt, in der Übersetzung von Artur Häny werden (Vsp. 1) nicht die Menschen als "Heimdalls Nachkommen" bezeichnet, sondern die Götter, was völlig falsch ist. Möglicherweise ist es heute "politisch unkorrekt", die Germanen als Götternachkommen zu bezeichnen und die Strophe richtig zu übersetzen.

Wer die Edda genau kennen und studieren will (insbesondere die Goden und Gydjas), muß sich also mit dem Original der Edda intensiv beschäftigen.

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